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Unsere Pfarrkirche - Ein Rundgang
Auszüge aus "Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt" 1997 - Pfarrer Klaus Peter Jung und Erwin Sturm


 

Schon von Weitem ist die Rückerser Kirche zu sehen. Ein stattlicher Sandsteinquaderbau in relativ schlichter neugotischer Form (Maße 30 x 16,5 m) aus den Jahren 1891-1893 (Architekt Arnold Güldenpfennig, Paderborn). An der West- und Südwestseite wird das Kirchenplateau von einer dominierenden Mauer mit großer Freitreppe begrenzt, die dem gesamten Baukörper den Charakter einer Wehrkirche gibt.

Der Bau an sich wirkt wie eine Festung mit dem Kirchenschiff aus drei Fensterachsen, mit abgestuften Stützpfeilern und zweibahnigen Spitzbogenfenstern mit Ringabschluss. Der Turm ist wuchtig mit drei Gesimstrennungen, Spitzdach und schmiedeeisernem Turmkreuz (Höhe 37 m). Das Geläut wurde 1950 erneuert und besteht aus vier Glocken (Töne e, fis, gis, h). Über den beiden Portalen sind eine Marienfigur und eine Darstellung Jesu des Bildhauers Rainer Landgraf zu sehen. Neben dem Seiteneingang ist seit 2011 eine Bronzetafel eingelassen, welche an die Konsekration der Kirche am 12. September 1893 durch Bischof Dr. Joseph Weyland erinnert. Die auf der Ostseite liegende Sakristei ist ein einfach gestalteter Rechteckbau mit leicht pultartigem Dach, der an das Kirchenschiff und den Chorraum anschließt.

 
 

Der von außen graue Natursteinbau überrascht innen mit Farbe, Licht und schönen Formen. Eine stille, zum Nachdenken anregende Atmosphäre umfängt den Betrachter. Sechs mächtige Säulen teilen den Raum in zwei Seitenschiffe und ein Mittelschiff. Aus den angedeuteten Säulen auf der Seite heraus schwingt sich das Kreuzgewölbe zum Dachgewölbe. Dazwischen, immer wieder in feiner Filigranarbeit, Blumengebinde und Sonnenstrahlen. In den Wurzeln der Blumen entdeckt man hin und wieder Gesichter, die an Kobolde oder Zwerge erinnern.

Der Blick geht dann zunächst in den Altarraum mit seinem Strahlengewölbe. Ins Auge fallen die drei bunten Glasfenster mit ihrer Farbenbracht, die besonders schön bei aufgehender Sonne leuchten. Die Fenster sind aus den Jahren der Errichtung der Kirche. Im mittleren Fenster ist Maria mit Kind, die Kirchenpatronin, links der heilige Petrus mit Buch und Schlüssel und rechts der heilige Johannes dargestellt. 

Altar   Marien-Fenster

Der Hochaltar birgt links und rechts ältere Holzreliefs mit der Darstellung der "Verkündigung Mariens" und der "Geburt Jesu". Der Aufbau des Hochaltars, die beiden hölzernen Seitenaltäre, der Zelebrationsaltar sowie der Ambo sind neugotische Schnitzereien von Fritz Junk aus Laugendorf bei Flieden aus dem Jahr 1985. An den Dreiviertelsäulen am Chorraum stehen lebensgroße Darstellungen vom Herz-Jesu und  dem Herz-Mariens aus Steinguss.

Herz-Jesu  Herz-Mariens

Der Betrachter wendet sich nun den beiden Seitenaltären zu. Links der Mutter-Gottes-Altar mit dem Gnadenbild "Maria mit dem Kind". Es ist eine wunderschöne spätgotische Holzplastik, die früher Ziel vieler Wallfahrten war. Die beiden Assistenzfiguren stellen den heiligen Wendelinus und den heiligen Valentinus dar. Das Fresko über dem Seitenaltar wurde 1985 von Gerhard Friedrich Ester aus Garmisch-Partenkirchen geschaffen. Es zeigt die frühere Wallfahrtskirche mit dem Gnadenbild und den vier Kardinälen, die 1451 einen Ablassbrief für die Rückerser Kirche ausgestellt haben.

Marienaltar  Josefsaltar

Am rechten Seitenaltar steht in der Mitte eine Figur des heiligen Josef, eine Holzfigur aus der Zeit der Erbauung der Kirche. Daneben als Assistenzfiguren die heilige Elisabeth und der heilige Bonifatius, die Patrone der Diözese Fulda. Alle vier Assistenzfiguren sind Arbeiten des Holzschnitzers Fritz Junk. Das Fresko über dem Seitenaltar zeigt die Krönung Mariens und wurde bei der Restaurierung der Kirche in 1985 freigelegt.

Neben dem Josefsaltar befindet sich in einer Vitrine ein Holzbuch aus dem Jahr 1987, welches als Unikat in seiner höchst ungewöhnlichen Art die Kirchenchronik von Rückers darstellt. Helmut Krack aus dem Ortsteil Keutzelbuch schuf dieses künstlerische Werk auf 13 Buchenholztafeln mit geschnitzten Texten und Bildern.

An den beiden Seitenwänden, wo früher Beichtstühle waren, sieht man rechts eine Kreuzigungsgruppe (Jesus am Kreuz mit Maria und Johannes) und links eine Darstellung "und sie gingen nach Nazareth hinab" - Maria, Josef und der 12 Jahre alte Jesus (Schnitzerei von Fritz Junk aus dem Jahr 1991).

 Kreuz  Taufbecken

An der linken Seitenwand hängt ein großes Holzkruzifix, das sich früher im Chorraum befand. An den Seitenwänden entlang, kann man die 14 Stationsbilder des Kreuzwegs betrachten, in einfachem schlichten Bauernbarock aus dem Jahr 1754. Unter der Empore steht der runde Taufstein, der mit neugotischem Blendwerk verziert ist und mit einem schönen Holzdeckel mit der Darstellung der Taufe Jesu abschließt. Auf der anderen Seite ist eine Darstellung des heiligen Antonius mit dem Jesuskind zu sehen.

Geht der Besucher hinauf zur Empore, so findet er dort die Orgel mit 18 Registern aus dem Jahr 1974. Sie wurde 2013 aufwändig renoviert. Das Orgelgehäuse ist in sieben Flachfeldern aufgeteilt und mit neugotischen Ornamenten verziert. Von hier kann man nochmals die Kirche in ihrer Schönheit auf sich wirken lassen.

 Orgel

 
 

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